Meisterbonus und Werbungskosten

Aufwendungen für die Meisterprüfung sind als Fortbildungskosten absetzbar. Die Aufwendungen sind nicht um einen vom Staat gewährten Meisterbonus zu kürzen.

Hintergrund: Der Freistaat Bayern gewährt den Absolventen einer Meisterprüfung einen als Meisterbonus bezeichneten Zuschuss von 1.000 €.

Sachverhalt: Der Kläger war Gärtner und absolvierte 2014 seine Meisterprüfung. Er erhielt vom Freistaat Bayern einen Meisterbonus von 1.000 €. Der Kläger machte Fortbildungskosten für die Meisterprüfung von ca. 2.400 € steuerlich geltend. Das Finanzamt kürzte den Werbungskostenabzug um 1.000 € auf 1.400 € wegen des Meisterbonus.

Entscheidung: Das FG München gab der Klage statt:

  • Die Aufwendungen für die Meisterprüfung sind als Werbungskosten absetzbar. Zwar können Kosten für eine erstmalige Ausbildung nicht abgesetzt werden. Die Meisterprüfung ist aber keine Erstausbildung, sondern eine Fortbildung in einem bereits ausgeübten Beruf.
  • Die Fortbildungskosten sind nicht um den Meisterbonus zu kürzen. Denn bei dem Bonus handelt es sich um einen Zuschuss, der keiner der sieben Einkunftsarten zugeordnet werden kann. Er ist daher nicht einkommensteuerbar.

Hinweise: Die bayerische Finanzverwaltung hat das Urteil bereits akzeptiert und wird aus der Gewährung des Meisterbonus in der Zukunft keine nachteiligen steuerlichen Folgen mehr ziehen. Das Urteil dürfte auch für andere Länder interessant sein, in denen ein Meisterbonus bereits heute (z. B. Sachsen sowie Mecklenburg-Vorpommern) bzw. in Kürze (Rheinland-Pfalz) gewährt wird.