Kosten für eine private Notrufzentrale

Die Kosten für eine private Notrufzentrale, die im Fall eines Einbruchs, Brandes oder Gaslecks im privaten Haushalt des Steuerpflichtigen tätig wird, sind nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen begünstigt. Denn die Dienstleistung findet nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen statt, sondern in der Notrufzentrale des Sicherheitsunternehmens.

Hintergrund: Für haushaltsnahe Dienstleistungen wird eine Steuerermäßigung von 20 % der Aufwendungen gewährt, maximal 4.000 €. Dieser Ermäßigungsbetrag wird direkt von der Steuer abgezogen.

Sachverhalt: Der Kläger installierte in seinem privaten Haushalt eine Alarmanlage und beauftragte ein Sicherheitsunternehmen mit der Überwachung des Alarms im Fall eines Einbruchs, Brandes oder Gaslecks. Die Kosten hierfür machte er als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend.

Entscheidung: Das Finanzgericht Berlin-Bandenburg (FG) wies die Klage ab:

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen setzen einen Bezug zwischen der Dienstleistung und dem privaten Haushalt voraus. Die Dienstleistung muss also zumindest im räumlichen Bereich des Haushalts erbracht werden.
  • Die Alarmüberwachung durch das beauftragte Sicherheitsunternehmen findet jedoch nicht im Haushalt des Klägers statt, sondern in der Zentrale des Sicherheitsunternehmens. Das Sicherheitsunternehmen wird von seiner Zentrale aus im Fall eines Alarms tätig und informiert den Kläger oder dessen Angehörige über den Alarm.

Hinweise: Anders hat dies der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil aus dem Jahr 2016 gesehen. Hier hat das Gericht die Kosten des Bewohners eines Seniorenheims für eine Notrufbereitschaft, die 24 Stunden am Tag erreichbar war, als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich anerkannt. Das FG sieht in seinem Urteil keine Abweichung von der BFH-Entscheidung, weil in dem vom BFH entschiedenen Fall die Notrufbereitschaft die medizinische Notversorgung in der Heimunterkunft sicherstellen sollte.