Ermäßigung für Gassi-Service

Für Aufwendungen für einen Hundegassi-Service wird eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Höhe von 20 % gewährt. Unschädlich ist, dass die Hunde außerhalb des Haushalts ausgeführt werden. Dies sieht zumindest das Hessische Finanzgericht (FG) so.

Hintergrund: Für haushaltsnahe Dienstleistungen wird eine Steuerermäßigung i.H.v. 20 % der Aufwendungen gewährt, d. h. der Ermäßigungsbetrag wird direkt von der Steuer abgezogen. Die Ermäßigung beträgt maximal 4.000 €.

Sachverhalt: Die Klägerin ließ ihren Hund tagsüber, während sie arbeitete, von einem sog. Hundegassi-Service ausführen. Für die anfallenden Kosten beantragte sie eine Steuerermäßigung in Höhe von 20 %, die das Finanzamt nicht gewährte.

Entscheidung: Das Hessische FG gab der Klage statt:

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen müssen einen Bezug zur Haushaltsführung aufweisen, werden typischerweise durch Mitglieder des Haushalts erledigt und fallen in regelmäßigen Abständen an.
  • Die Leistung muss nach dem Gesetzeswortlaut zwar „in einem Haushalt“ des Steuerpflichtigen erledigt werden. Dies beschränkt sich jedoch nicht auf die Grundstücksgrenzen, sondern kann darüber hinausgehen.
  • Hier waren die Merkmale einer haushaltsnahen Dienstleistung erfüllt. Das Ausführen eines Haustieres wird typischerweise durch Familienmitglieder erledigt.
  • Auch ist der räumliche Zusammenhang gegeben. Denn beim „Gassi gehen” handelt es sich um eine Leistung mit einem unmittelbar räumlichen Bezug zum Haushalt, die dem Haushalt (dem haushaltszugehörigen Tier) dient.

Hinweise: Das Urteil widerspricht der Auffassung der Finanzverwaltung, die gegen die Entscheidung vorgeht. Nicht begünstigt ist jedoch die Unterbringung des Haustieres in einer Tierpension während des Urlaubs oder die Pflege des Tieres außerhalb der eigenen Wohnung, z. B. die Fellpflege in einem Hundesalon.