Dienstwagen gegen Gehaltsverzicht

Ein Arbeitnehmer, der einen geleasten Dienstwagen auch privat nutzen kann, kann für seine Dienstfahrten keinen Werbungskostenabzug geltend machen, wenn ihm die Leasingraten vom Gehalt abgezogen werden und er damit ein geringeres Gehalt versteuert.

Hintergrund: Arbeitnehmer können Aufwendungen, die ihnen für die Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen entstehen, als Werbungskosten absetzen.

Streitfall: Der Kläger war Arbeitnehmer und konnte seinen Dienstwagen auch privat nutzen. Er übernahm die Zahlung der Leasingraten, die ihm direkt vom Gehalt abgezogen wurden. Die Privatnutzung versteuerte er nach der 1 %-Methode. Für die Dienstfahrten machte er die von ihm getragenen Leasing- und Benzinkosten als Werbungskosten geltend, die das Finanzamt nicht anerkannte.

Entscheidung: Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (FG) wies die hiergegen gerichtete Klage ab:

  • Dem Kläger entstanden keine Aufwendungen, weil er in Höhe der Leasingraten auf sein Gehalt verzichtete, also bereits weniger versteuern musste. Es handelte sich um eine Umwandlung von Barlohn (dies umfasst auch auf ein Konto überwiesenes Gehalt) in Sachlohn, nämlich in eine Pkw-Nutzung, die im Ergebnis zu einer Kürzung der Einnahmen führte.
  • Auch die vom Kläger getragenen Benzinkosten waren nicht als Werbungskosten abziehbar, weil diese ebenfalls vom Gehalt abgezogen worden waren und der Kläger insoweit keine Lohnsteuer entrichtet hatte.
  • Schließlich konnte der Kläger auch den sich nach der 1 %-Methode ergebenden geldwerten Vorteil nicht anteilig als Werbungskosten absetzen. Denn die 1 %-Methode stellt eine besondere Besteuerungsregelung dar, die unabhängig von der tatsächlichen Nutzung des Dienstwagens durchgeführt wird. Der Kläger muss also einerseits keine weiteren Einnahmen für die private Pkw-Nutzung versteuern, kann andererseits aber auch keine anteiligen Werbungskosten geltend machen.

Hinweise: Im Streitfall war entscheidend, dass bereits das Bruttogehalt des Klägers um die Leasingraten und Benzinkosten gekürzt worden war und deshalb weniger Lohnsteuer anfiel. Ein zusätzlicher Werbungskostenabzug, der zu einer weiteren Lohnsteuerminderung geführt hätte, schied damit aus.

Das FG lehnte eine Gleichstellung des Leasingfahrzeugs mit dem Privatfahrzeug eines Arbeitnehmers ab. Denn der Kläger war im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer, der sein eigenes Fahrzeug einsetzt, nicht Eigentümer des Leasingfahrzeugs.