Abschreibung einer Einbauküche

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat sich der neuen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) hinsichtlich der Grundsätze für die Abschreibung einer Einbauküche angeschlossen (zu dem BFH-Urteil lesen Sie unseren Beitrag in der Februar-Ausgabe der Mandanten-Information). Danach sind die Kosten für eine Einbauküche auf 10 Jahre abzuschreiben, wenn die Einbauküche in einer vermieteten Immobilie erneuert wird.

Hintergrund: Wird eine Einbauküche in einer vermieteten Immobilie erneuert, können die Kosten hierfür abgeschrieben und als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend gemacht werden. Fraglich war bislang die Höhe der Abschreibung. Denn diese hängt davon ab, ob man die einzelnen Komponenten der Küche abschreibt und dabei eine unterschiedliche Nutzungsdauer der Komponenten zu Grunde legt oder ob man die Einbauküche als einheitliches Wirtschaftsgut ansieht und einheitlich abschreibt.

Schreiben des BMF: Das BMF sieht die Einbauküche als einheitliches Wirtschaftsgut an, das eine Nutzungsdauer von 10 Jahren hat. Damit folgt das BMF der Rechtsprechung des BFH.

Die jährliche Abschreibung beträgt folglich 10 %. Die Kosten für die Einbauküche werden nicht mehr auf die unterschiedlichen Komponenten wie Einbaumöbel, Elektrogeräte (Herd, Ofen und Mikrowelle) und Spüle aufgeteilt. Es kommt auch nicht mehr darauf an, ob einzelne Teile der Küche, wie z. B. der Herd oder die Spüle, nach den regionalen Gewohnheiten zum Gebäude gezählt werden.

Dem aktuellen BMF-Schreiben zufolge steht Steuerpflichtigen jedoch ein Wahlrecht für Veranlagungszeiträume bis einschließlich 2016 zu. Sie können beantragen, dass die bisherigen Grundsätze angewendet werden, nach denen die Spüle und – je nach regionaler Verkehrsauffassung – auch der Herd als wesentliche Gebäudebestandteile anzusehen sind, so dass ihr Austausch zu sofort abziehbarem Erhaltungsaufwand führt. Die Kosten für die Spüle und ggf. auch für den Herd müssen dann nicht auf 10 Jahre verteilt werden.

Hinweis: Das BMF weist darauf hin, dass das Finanzamt einen Bescheid nicht zu Ungunsten des Steuerpflichtigen ändern darf, indem es die neue Rechtsprechung des BFH anwendet. Denn insoweit kann sich der Steuerpflichtige auf Vertrauensschutz berufen. Dieser Vertrauensschutz gilt allerdings nicht für erstmalige Bescheide.

Die neue BFH-Rechtsprechung ist zwar etwas ungünstiger, weil ein sofortiger Abzug eines Teils der Kosten nicht mehr möglich ist. Ausnahme: Der Steuerpflichtige stellt einen Antrag auf Anwendung der alten BFH-Rechtsprechung bei Veranlagungszeiträumen bis einschließlich 2016.

Dafür ist die neue Rechtsprechung aber einfacher umzusetzen, weil eine Aufteilung der Kosten nicht mehr erforderlich ist und weil auch nicht geprüft werden muss, ob nach den regionalen Gewohnheiten einzelne Komponenten wie Herd oder Spüle zu den Gebäudebestandteilen gehören.

Die Grundsätze zur Abschreibung von Einbauküchen dürften auch dann gelten, wenn die Einbauküche in einer eigenbetrieblich genutzten Immobilie erneuert wird.