Abschreibung einer Einbauküche

Eine Einbauküche, die in einer vermieteten Wohnung eingebaut wird, stellt ein einheitliches Wirtschaftsgut dar, das auf 10 Jahre abzuschreiben ist. Es handelt sich also nicht um unterschiedliche Wirtschaftsgüter in Gestalt von Spüle, Herd, Elektrogeräten und Einbaumöbeln, deren Kosten sofort bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Hintergrund: Ein Wirtschaftsgut, das für die Einkünfteerzielung genutzt wird, ist über die gewöhnliche Restnutzungsdauer abzuschreiben. Bei einer Einbauküche stellt sich die Frage, ob die Einbauküche aus mehreren einzelnen Wirtschaftsgütern besteht, die ggf. unterschiedlich lange abzuschreiben sind, oder ob die Einbauküche ein einheitliches Wirtschaftsgut darstellt.

Sachverhalt: Der Kläger hatte drei Wohnungen vermietet und erwarb drei Einbauküchen, die er in die Wohnungen einbaute. Die Einbauküchen bestanden jeweils aus einem Herd und einer Spüle, aus Einbaumöbeln und einer Arbeitsplatte sowie aus Elektrogeräten, nämlich einem Kühlschrank und einer Abzugshaube. Der Kläger wollte die Kosten für die Einbauküchen in voller Höhe als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzen; das Finanzamt berücksichtigte aber nur eine Abschreibung in Höhe von 10 % pro Jahr, die sie zeitanteilig für die Monate ab der Abschaffung berücksichtigte.

Entscheidung: Der Bundesfinanzhof (BFH) folgte der Auffassung des Finanzamts und wies die Klage ab:

  • Zwar ist sog. Erhaltungsaufwand grundsätzlich in voller Höhe absetzbar. Erhaltungsaufwand muss sich aber auf das Gebäude beziehen. Die Küchen werden jedoch nicht Bestandteil des Gebäudes, sondern sind ein sog. Scheinbestandteil, so dass sie ein eigenes Wirtschaftsgut darstellen.
  • Das Wirtschaftsgut „Einbauküche“ ist nicht auf die einzelnen Bestandteile wie Herd und Spüle, Einbaumöbel und Arbeitsplatte sowie Elektrogeräte aufzuteilen. Vielmehr handelt es sich um ein einheitliches Wirtschaftsgut, das daher auch einheitlich abzuschreiben ist. Denn heutzutage werden die Bestandteile einer Einbauküche aufeinander abgestimmt, so dass sie nicht mehr selbständig nutzbar sind. So haben z. B. die Unterbauschränke keine Abdeckung mehr, sondern werden durch die Arbeitsplatte nach oben abgeschlossen. Auch die Spüle und die Elektrogeräte, wie z. B. der Kühlschrank, werden in die Einbaumöbel integriert.
  • Eine Einbauküche ist daher einheitlich auf die Nutzungsdauer abzuschreiben, die mit 10 Jahren anzusetzen ist. Jährlich ist daher eine Abschreibung von 10 % möglich. Wird die Küche unterjährig angeschafft, kann im Jahr der Anschaffung nur eine anteilige Abschreibung erfolgen (bei Anschaffung am 1.10. also nur 3/12 von 10 %).

Hinweise: Der BFH ändert damit seine Rechtsprechung. Bisher kam es darauf an, ob die Küche oder einzelne Bestandteile der Küche als Bestandteil des Gebäudes anzusehen waren; insoweit handelte es sich dann um sofort abziehbaren Erhaltungsaufwand. Allerdings hing die Einordnung als Gebäudebestandteil häufig von der regionalen Verkehrsauffassung ab, weil je nach Region z. B. der Herd und die Spüle als Gebäudebestandteil angesehen werden.

Die neuen Grundsätze verhindern zwar einen Sofortabzug eines Teils der Kosten einer Einbauküche; über den Zeitraum von 10 Jahren können aber die gleichen Kosten abgesetzt werden wie nach der bisherigen Rechtsprechung. Zudem ist die neue Rechtsprechung einfacher zu handhaben, weil die Kosten der Einbauküche nicht mehr aufgeteilt werden müssen.